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Wie gefährlich sind Zecken beim Hund wirklich?

Wie gefährlich sind Zecken beim Hund wirklich?
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Manchmal nur Stecknadelkopfgroß lauern sie überall in Büschen und Gräsern: Zecken. Hunde dringen bei Gassigängen in den natürlichen Lebensraum der Zecke ein und bringen häufig einen ungebetenen Gast mit. Auf den ersten Blick erstmal nur lästig, können sie unter Umständen gefährlich werden. Denn Zecken beim Hund können einige ernsthafte Krankheiten verursachen, welche erfährst Du hier. Wir verraten Dir außerdem welche Mittel wirksam gegen Zecken helfen und wie Du vorsorgen kannst.

Zecken beim hund

Welche Krankheiten können die Zecken übertragen?

Der sogenannte „Gemeine Holzbock“ ist in Deutschland am meisten verbreitet und Überträger zahlreicher Krankheiten. Entgegen des landläufigen Chargons handelt es sich nicht um einen „Zeckenbiss“, sondern um einen „Zeckenstich“. Zecken beim Hund sind in über 50 % der Fälle am Kopf oder Hals Deines Vierbeiners, häufig wirst Du sie hinter den Ohren finden können. Das regelmäßige Absuchen und Entfernen von Zecken beim Hund ist überaus wichtig, können sie doch zahlreiche Krankheiten übertragen.

Solltest Du eine Zecke bei Deinem Hund finden, solltest Du allerdings auch die Stichstelle im Blick behalten. Nicht selten kann sich diese auch entzünden.

Blutabnahme Hund

Hundekrankheiten durch einen Zeckenbiss

Borreliose:

Tückisch: jede dritte Zecke in Deutschland soll den Borreliose Erreger in sich tragen. Bis zu 20 % aller Hunde tragen Antikörper gegen Borreliose in sich, was bedeutet, dass sie bereits in Kontakt mit dem Erreger gekommen sind. Kein Grund, in Panik zu geraten. Der Kontakt mit dem Erreger ist nicht gleichbedeutend mit dem Ausbruch einer Krankheit.

Typische Symptome für eine Borreliose, verursacht durch Zecken beim Hund, sind Lahmheiten, Abgeschlagenheit und Fieberschübe. Das erste mögliche Anzeiche, eine Wanderröte, wird aufgrund des Fells häufig übersehen. Eine Behandlung mit Antibiotikum ist nötig.

Anaplasmose:
Die Anaplasmose verläuft ähnlich der Borreliose und kann wie diese auch mit einem Bluttest diagnostiziert werden. Die Behandlung ist gleich der der Borreliose. Nicht selten tritt eine Parallelinfektion mit Borreliose durch Zecken beim Hund auf.

Ehrlichiose:
Ehrlichiose ist eine Krankheit, die von der Braunen Hundezecke überwiegend im Mittelmeerraum verbreitet wird. Durch eine Verminderung der weißen Blutkörperchen kommt es zu Fieber, Appetitlosigkeit und Lustlosigkeit. Eine Behandlung mit Antibiotika hilft dem Hund.

Babesiose:
Die Babesiose-Erkrankung tritt nach ein bis drei Wochen nach dem Zeckenstich auf und zeigt sich durch hohes Fieber und dunkle Urinfärbung, die Erreger zerstören die roten Blutkörperchen. Es kann außerdem zu Mattigkeit und Gelbsucht kommen. Bei Nicht-Behandlung kann die Erkrankung schnell tödlich enden, eine Behandlung mit Antiprotozoika ist zwingend erforderlich.

FSME:
FSME, auch Frühsommer-Meningoenzephalitis, ist eine Erkrankung, die sehr selten, verursacht durch Zecken beim Hund, auftritt. Im klinischen Bild kommt es zu Schwindel, Lähmungserscheinungen und Muskelzittern. Eine Behandlung gibt es nicht, ebenso wenig eine Impfung gegen FSME. Erkrankt ein Hund, bleibt er sein restliches Leben beeinträchtigt.


Hundekrankheiten durch das Fressen von Zecken

Zecken beim Hund und die dadurch verursachten Krankheiten können aber nicht nur durch einen Zeckenstich auftreten. Ein Hund kann durch das Zerbeißen und Fressen einer Zecke darüber hinaus auch noch an Hepatozoonose erkranken. Überträger ist die Braune Hundezecke. Die Symptome sind relativ unspezifisch. Dazu gehören Fieber, Gewichtsverlust, Schmerzen im Lendenwirbelbereich und Durchfälle. Die Inkubationszeit beträgt zwei bis vier Wochen. Im Blutbild kann sie nicht eindeutig nachgewiesen werden. Ist der Hund einmal erkrankt, ist eine vollständige Heilung nicht möglich.
Prophylaktisch ist es lediglich möglich, Zecken beim Hund zu verhindern wie durch das Meiden von Risikogebieten. Eine Impfung gibt es nicht.


Was Du gegen Zecken beim Hund tun kannst

Um Zecken beim Hund zu vermeiden, kannst Du in erster Linie Zeckengebiete vermeiden. Dazu gehören vor allem hohe Gräser und ungepflegte Flächen. Im Wald solltest Du darauf achten, dass Dein Hund sich nicht von den Wegen entfernt.

Zeckenwarnung

Außerdem solltest Du deinen Hund nach einem Spaziergang gründlich absuchen. Zecken beim Hund übertragen nach ca. 16 bis 24 Stunden die ersten Krankheiten. Je schneller die Zecke entfernt wird, umso geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie eine gefährliche Krankheit übertragen kann.


Schutz von außen aus Chemie

Beliebt gegen Zecken beim Hund sind sogenannte Spot-On-Mittel, die in den Nacken des Hundes geträufelt werden und sich über die Talgschicht des Hundes auf der gesamten Haut verteilen. Diese Mittel gegen Zecken beim Hund sind weniger für Hunde geeignet, die viel schwimmen gehen. Auch ist von intensiven Streichel- und Kuscheleinheiten abzuraten. Spot-On-Präparate verhindern je nach Wirkstoff, dass Zecken beim Hund zustechen oder aber sofort sterben.

Unbedenklich für den Menschen und für Wasserratten geeignet sind Kautabletten, die von innen heraus wirken. Die Wirksamkeit liegt bei vier Wochen bis zu drei Monaten. Sie verhindern allerdings nicht, dass Zecken Deinen Hund befallen und auf ihm rumkriechen. Denn erst, wenn sie stechen und sich festsaugen, sterben sie ab. Das Risiko, dass Krankheiten übertragen werden können, wird mit dieser Art der Zeckenbekämpfung erheblich reduziert.

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Egal, zu welcher Art von chemischer Prophylaxe Du greifst, solltest Du darauf achten, dass der Schutz regelmäßig erneuert wird.

Chemische Bekämpfungsmittel gegen Zecken beim Hund sind nicht immer unbedenklich und eine Belastung für den gesamten Organismus. Häufig sind sie in Risikogebieten unabdinglich, dennoch müssen sie vom Hunde-Organismus abgebaut werden. Solltest Du also Bedenken haben, gibt es auch natürliche Mittel, die verhindern sollen, dass Dein Hund von Zecken befallen wird.


Natürlicher Schutz von innen

Das Füttern von Zistrose, erhältlich in Kapseln in der Apotheke soll abwehrend gegen Zecken wirken. Auch das Füttern von Bierhefe soll wie auch Knoblauch dafür sorgen, dass auf der Haut des Hundes ein Milieu entsteht, dass für Zecken unattraktiv ist.

Bei der Fütterung von Knoblauch solltest Du aber vorsichtig sein, da eine zu große Menge Knoblauch für Deinen Hund giftig sein kann.

Schwarzkümmelöl zusätzlich über das Futter zu geben soll auch den Befall von Zecken beim Hund reduzieren.


Natürlicher Schutz von außen

Eines der beliebtesten natürlichen Mittel gegen Zecken ist Kokosöl*, da Laurin- und Caprinsäure eine abwehrende Wirkung auf Zecken hat. Es wird empfohlen, den Hund einmal täglich mit einer haselnussgroßen Menge Kokosöl an den „kritischen“ Stellen einzureiben. Es konnte in einer Studie bewiesen werden, das mit Kokosöl behandelte Hunde weniger von Zecken befallen werden. Netter Nebeneffekt: der Hund riecht angenehm nach Kokos. Zu beachten ist, dass Du vor der Anwendung erst an einer Stelle ausprobieren solltest, ob der Hund das Kokosöl verträgt.

Neben pflanzlichen Mitteln greifen einige Hundehalter auch zu Bernsteinhalsbändern*. Ungeschliffene Steine sollen für eine elektrische Ladung und Harzgeruch im Fell sorgen und dafür sorgen, dass keine Zecken beim Hund mehr zu finden sind. Die Wirkung von Bernsteinhalsbändern konnte bisher nicht bewiesen werden.

Ähnlich verhält es sich auch mit den sogenannten EM-Keramikhalsbändern. In den Keramik-Pipes sollen effektive Mikroorganismen leben, die auf der Haut für ein unangenehmes Milieu für Zecken beim Hund sorgen.


Zecken beim Hund – eine ganzjährige Gefahr

Die Annahme, dass Zecken nur in den Sommermonaten aktiv sind, gilt mittlerweile als überholt. Durch die globale Erwärmung und der milden Winter, sind vielerorts die Zecken ganzjährig aktiv. Aufgrund einzelner Zecken ist es allerdings nicht nötig, Deinen Hund ganzjährig mit Antizecken-Mitteln oder Halsbändern zu versorgen. Nicht jede Zecke bedeutet gleich akute Gefahr für Deinen Hund und ist ein sicherer Krankheitsüberträger. Solltest Du allerdings wieder gehäuft Zecken beim Hund finden, solltest Du wieder zu einer Zecken-Prophylaxe greifen.

Zeck beim Hund entfernen

Das Wichtigste über Zecken bei Hunden zusammengefasst:

Zecken beim Hund

  • übertragen zahlreiche gefährliche Krankheiten
  • hohe Wiesen und ungepflegte Areale meiden
  • bei dem Verdacht auf eine durch Zecken übertragbare Krankheit einen Tierarzt aufsuchen
  • es gibt sowohl chemische als auch natürliche Prophylaxe-Mittel
  • Zecken sind häufig ganzjährig aktiv

Der-Hunderatgeber.Com


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